Sandra-Janine Müller

ist Jahrgang 1981 und aufgewachsen bei Nürnberg. Nach einigen Jahren Volkskunde- und Archäologiestudium in Bamberg und verschiedenen Praktika bei Künstlern, Schneidereien und Museen machte sie eine Ausbildung zur Maßschneiderin Damen mit Schwerpunkt Tracht in Krumbach, Bayerisch Schwaben. Heute ist sie Mitarbeiterin der Trachtenkulturberatung Bezirk Schwaben und arbeitet auch immer wieder mit der Trachtenberatungsstelle Oberfranken zusammen.

Seit 2010 ist sie außerdem unter dem Namen Trachtenpunk als Designerin in eigener Werkstatt tätig und gibt regelmäßig Näh- und Handarbeitskurse. Hierbei liegt ein Schwerpunkt bei den Workshops zur historischen Handwerkskunst der Posamentenknopf-Herstellung (www.posamentenknopf-manufaktur.de). Beliebt sind auch ihre Kreativkurse zum Beispiel zur Schmuckherstellung aus textilen Materialien und Recyclingelementen.


 

"Ursprünglich kam ich zur Trachtenbegeisterung über den Living History-Gedanken, der sich unter anderem mit dem authentischen Nacharbeiten vergangener Moden beschäftigt. Aber heute reizt es mich viel mehr, aus dem Alten etwas Neues entstehen zu lassen, das mit den gegenwärtigen Interpretationen für Heimat zu tun hat.

So nutze ich traditionelle Kleidungsformen und Ziertechniken als Inspirationsquelle für meine eigenen Entwürfe, die alle unter dem vieldeutigen Motto stehen Meine Heimat ist bunt! und setze immer wieder auch auf die Zeichen-Funktion von Kleidung. Denn neben dem reizvollen Spiel mit Farben, Formen, Mustern und Materialien lassen sich seit jeher durch Kleidung auch Aussagen treffen. So kann heute in einer Tracht, die von Tragen kommt, nach wie vor eine persönliche (nicht nur regionale) Heimat oder sogar Identität sichtbar werden, sie kann aber darüber hinaus auch ein Bekenntnis darstellen - zum Beispiel für eine vielfältige, offene, bunte Gesellschaft und eine Heimat, die Platz hat für die Welt!"

Fotos: Georg Drexel, Helene Weinold, Sandra Müller