Sandra-Janine Müller

Head of Trachtenpunk, Designerin, Trachtenschneiderin, Knopfmacherin, krönende Künstlerin

 

Jahrgang 1981, fränkisch-hessische Wurzeln, neubeheimatet in Bayerisch Schwaben

 

Meine Uroma trug mit der Marburger katholischen Tracht ihr Leben lang eine der letzten regionalen Kleidungsformen Deutschlands. Von ihr bekam ich die ersten originalen Trachtenstücke vererbt, die meine Begeisterung entfachten. Während des Volkskundestudiums lernte ich mit den "Kreeweibla" des Forchheimer Landes eine weitere damals noch lebendige Tracht kennen, die mich in ihrer Farbenfreude faszinierte. Der Horizont wurde noch größer durch meine Lehre zur Trachtenschneiderin bei der schwäbischen Trachtenberatungsstelle. Dort entdecke ich auch die Posamentenknöpfe und ihr buntes Potential.

 

Heute schlage ich mit meiner Arbeit eine Brücke zwischen Tradition und Moderne. Dabei sind mir Nachhaltigkeit und Qualität wichtig. Ich liebe den Gedanken, Kleidung zu erschaffen, die einen lange begleiten kann, und gebe gerne auch Stoffen im Sinne des Upcycling ein zweites Leben. Meine Entwürfe sind inspiriert von historischen Kleidungsformen und Handwerkstechniken. So entsteht aus dem Alten etwas Neues - up to date, aber mit Wurzeln.

 

Es macht mir Spaß, mit Farben, Formen, Mustern und Materialien zu spielen. Unter den Mottos "Tracht's not dead" und "Meine Heimat ist bunt" setze ich dabei immer wieder auch auf die Zeichen-Funktion von Kleidung. Denn seit jeher trifft der Mensch Aussagen mit dem, was er trägt und kommuniziert darüber.  So kann in einer Tracht, die von Tragen kommt, nach wie vor eine persönliche (nicht nur regionale) Heimat und Identität sichtbar werden. Sie kann darüber hinaus auch ein Bekenntnis darstellen - für eine vielfältige, offene, bunte Gesellschaft und eine Heimat, die Platz hat für die Welt!


Markus Frick

Der von Hutsitz, Kappenkönig, Hobbyknopfler, Kalkulierer, Kantinenbeauftragter

 

Jahrgang 1979, bayrisch-schwäbisch geboren, im Kopf grenzenlos aufgewachsen

 

Mich interessiert das Selbermachen. Ich muss nicht in allem ein Profi werden, aber ich schnuppere gerne in vieles rein und entdecke dabei neue Welten. So habe ich mich auch von Sandras Trachtenbegeisterung anstecken und mir von ihr das Nähen und Knopfmachen beibringen lassen. Die Idee, traditionelle Techniken mal anders als gewöhnlich umzusetzen, trifft dabei voll meinen Nerv.

 

Schon in jungen Jahren hatte ich ein Faible für eher merkwürdige Kleidungskombinationen. Zum Beispiel Skisocken in Kombination mit Boxershorts oder Seemannsmützen zu Cordanzügen. Als schließlich die Trachtenpunkerin in mein Leben kam, machte die vermeintlich furchtbar verquere Kleiderwahl auf einmal immens Sinn. Aus den Boxershorts wurden Kniebundhosen und aus den Seemannsmützen Feierabendkappen mit Regionalbezug, am liebsten lässig kombiniert mit Kapuzenpullis.

 

Diesen inzwischen gediegeneren Kleidungsstil trage ich mit absoluter Überzeugung und freue mich darüber, wenn ich auch andere Menschen dafür begeistern kann. Besonders meine Kappen bringen so viel gute Laune in den Alltag! Daher kann ich nur jedem raten: „Schnapp dir die Kapp!“ und mach dein Leben bunter!